EcoFlow Smart Meter Dual CT: zwei Messpunkte, ein Gerät – Technik, Funktion und Installation
Ein Speichersystem kann nur so gut regeln, wie es messen kann. Genau hier setzt der EcoFlow Smart Meter Dual CT an: Er sitzt auf der Hutschiene im Verteiler, erfasst über Stromwandler den Verbrauch deines Haushalts und liefert die Daten, auf deren Basis dein Speicher entscheidet, wann er lädt und wann er einspeist. Das Besondere gegenüber einfachen Messgeräten steckt schon im Namen: Er hat zwei Stromwandler-Anschlüsse. Damit kannst du nicht nur den Netzbezug am Hausanschluss messen, sondern gleichzeitig einen zweiten Punkt, zum Beispiel die Erzeugung eines vorhandenen Fremdwechselrichters. In diesem Beitrag schauen wir uns die technischen Daten, die Funktionsweise und die Installation im Detail an.
Inhalt:
- Warum ein Smart Meter überhaupt nötig ist
- Was „Dual CT" konkret bedeutet
- Technische Daten im Überblick
- Lieferumfang und Anschlüsse am Gerät
- Installation: Hutschiene, CTs und Verkabelung
- Anzeigen, Reset-Taste und App-Einbindung
- Praxisbeispiel: Grundlast sauber erfassen
- Fazit
Warum ein Smart Meter überhaupt nötig ist
Ohne Messung arbeitet ein Speicher blind. Er weiß nicht, ob im Haus gerade 80 Watt Dauerverbrauch anliegen oder ob der Backofen läuft. Die Folge: Überschussstrom geht ungenutzt ins Netz, während später wieder teurer Strom bezogen wird. Ein Smart Meter schließt diese Lücke. Er misst laufend, wie viel Strom aus dem Netz kommt oder ins Netz geht, und gibt diese Information an das Energiesystem weiter. Erst dadurch wird nulleinspeisungsnahe Regelung überhaupt möglich, und der Eigenverbrauch steigt spürbar.
Das bedeutet konkret: Ein Balkonkraftwerk mit Speicher ohne Messgerät lädt und entlädt nach starren Regeln, mit Messgerät nach deinem tatsächlichen Verbrauch. Wer sich in das Thema erst einarbeitet, findet in unserem Grundlagenartikel zu Smart Meter für Balkonkraftwerke die Einordnung, welche Rolle die Messung im Gesamtsystem spielt.
Was „Dual CT" konkret bedeutet
CT steht für „Current Transformer", also Stromwandler. Das sind die aufklappbaren Klemmen, die um ein Kabel gelegt werden und über das Magnetfeld den durchfließenden Strom erfassen, ohne dass der Leiter aufgetrennt werden muss.
Der Smart Meter Dual CT hat zwei getrennte Stromwandler-Anschlüsse. CT1 ist der Hauptmesspunkt und wird laut Handbuch am Hauptleistungsschalter gesetzt, also dort, wo der Strom aus dem Netz ins Haus kommt. CT2 ist optional und für einen zweiten Messpunkt vorgesehen. Im Anschlussschema des Herstellers wird er beispielhaft am Abgang eines Wechselrichters eines Drittanbieters gesetzt.
Genau hier liegt der Vorteil gegenüber einem Messgerät mit nur einem Kanal: Du siehst nicht nur die Bilanz am Hausanschluss, sondern kannst zusätzlich unterscheiden, wie viel Strom eine bestehende Erzeugungsanlage beisteuert. Wenn du also schon einen Wechselrichter im Haus hast und ein Speichersystem dazustellst, muss das nicht mehr eine undurchsichtige Gesamtsumme bleiben.
Da jeder CT-Satz im Lieferumfang aus drei Klemmen besteht, sind auch dreiphasige Messungen abgedeckt – im Schaltplan als CT1-1, CT1-2 und CT1-3 für L1, L2 und L3 bezeichnet, entsprechend CT2-1 bis CT2-3 für den zweiten Messpunkt.
Technische Daten im Überblick
Das Gerät ist als klassisches Hutschienen-Modul ausgeführt: 20 × 66 × 90 mm, Montage auf 35-mm-DIN-Schiene. Die Schutzart liegt bei IP30, das Produkt ist ausschließlich für den Gebrauch in Innenräumen bestimmt. Überspannungskategorie CAT III, Verschmutzungsgrad PD2, und das Gehäuse ist mit dem Symbol für doppelte beziehungsweise verstärkte Isolierung gekennzeichnet. Der Eigenverbrauch liegt bei maximal 1,5 W.
Spannungskreis
Nennspannung (Un):
230 V L-N / 400 V L-L
Betriebs- und Messbereich:
90–276 V Wechselstrom
Frequenz:
45 Hz bis 65 Hz
Anlaufspannung:
90 V
Stromkreis
Nennstrom (In):
40 mA
Strommessbereich:
0,08–120 A
Anlaufstrom:
0,08 A
Was bedeutet das?
Ab 0,08 A, also rund 18 W bei 230 V, beginnt die Erfassung. Nach oben ist bis 120 A pro Phase Luft – auch ein größerer Hausanschluss ist damit abgedeckt.
Kommunikation und Umgebung
Schnittstellen:
Bluetooth 5.0, WLAN 2,4 GHz, RS485
Betriebstemperatur:
-30 °C bis 70 °C
Lagertemperatur:
-40 °C bis 85 °C
Luftfeuchtigkeit / Höhe:
5 bis 95 % rF, nicht kondensierend / bis 2.000 m
Wichtig ist dabei der breite Temperaturbereich. Verteilerkästen in ungedämmten Kellern oder Garagen können im Winter deutlich unter null gehen, und -30 °C als untere Betriebsgrenze ist dafür großzügig bemessen. Die RS485-Schnittstelle richtet sich an Geräte mit Kommunikationsanschluss. Bei Produkten der EcoFlow STREAM 5000-Serie entfällt dieser Verdrahtungsschritt laut Handbuch komplett, dort läuft die Kommunikation drahtlos.
Lieferumfang und Anschlüsse am Gerät
Im Karton liegen der Smart Meter Dual CT selbst, eine Verlängerungsantenne und zwei externe CT-Kabel. Am Gerät findest du die Spannungsmessklemme (N, L1, L2, L3, L1-Aux), die RS485-Klemme mit A+ und B-, den Anschluss für die Verlängerungsantenne sowie die beiden Stromwandleranschlüsse CT1 und CT2. Auf der Front sitzen drei Anzeigen und die Reset-Taste.
Die Verlängerungsantenne ist kein optionales Beiwerk. Ein Metallverteilerkasten schirmt Funk zuverlässig ab, und die Antenne wird deshalb so verlegt, dass sie außerhalb liegt. Ohne stabile WLAN-Verbindung kommen die Messdaten nicht in der App an.
Installation: Hutschiene, CTs und Verkabelung
Vorweg das Wichtigste: Installation, elektrischer Anschluss und Wartung dürfen laut Hersteller ausschließlich von qualifiziertem Personal durchgeführt werden, das entsprechend geschult ist und die örtlichen Vorschriften einhält. Vor allen Arbeiten sind alle Stromquellen zu trennen, und der Stromwandler darf erst angefasst werden, wenn der Stromkreis nachweislich spannungsfrei ist. Der Hintergrund ist nicht theoretisch: An Klemmenblöcken und in angeschlossenen Wandlern können im normalen Betrieb gefährliche Spannungen anliegen, und CT-Sekundärkreise erzeugen bei unter Spannung stehendem Primärkreis selbst gefährliche Spannungen und Ströme.
Der Ablauf selbst ist überschaubar. Das Modul wird von oben auf die 35-mm-Hutschiene aufgesetzt und unten eingerastet. Danach folgt die Spannungsmessung über die Klemmen, für die massive einadrige Leiter mit PVC-Isolierung für mindestens 105 °C vorgeschrieben sind. Anschließend werden die Stromwandler gesetzt. Auf jeder Klemme ist eine Richtung markiert: Der Pfeil zeigt vom Netz zum Stromkreis, also in Lastrichtung. Wird ein CT verdreht aufgesetzt, stimmt das Vorzeichen der Messung nicht mehr und das System regelt in die falsche Richtung. Sind die CT-Kabel zu kurz, lassen sie sich laut Handbuch mit einem kompatiblen Kuppler verlängern.
Danach kommt bei Geräten mit Kommunikationsanschluss die RS485-Verbindung über ein geschirmtes Twisted-Pair-Kabel an A+ und B-, zum Schluss die Antenne. Verwendet werden dürfen nur Stromwandler, die den geltenden örtlichen Vorschriften und Normen entsprechen, und ausschließlich die vorgebohrten Befestigungslöcher am Gerät. Wer die Arbeiten nicht selbst ausführen kann oder darf, findet über unseren Installationsservice Baden-Württemberg passende Unterstützung.
Anzeigen, Reset-Taste und App-Einbindung
Drei LEDs geben dir Rückmeldung. Die Stromversorgungsanzeige leuchtet dauerhaft grün, wenn das Gerät eingeschaltet ist und normal arbeitet. Die WLAN-Anzeige leuchtet grün bei bestehender Internetverbindung, pulsiert grün während eines Firmware-Updates und leuchtet dauerhaft orange, wenn das Gerät im WLAN hängt, aber kein Internet erreicht. Die RS485-Anzeige blinkt grün, während Daten übertragen werden. Die Reset-Taste setzt das Gerät bei 5 Sekunden Druck auf Werkseinstellungen zurück und wechselt in den Kopplungsmodus.
Die Einbindung läuft anschließend über die EcoFlow App: Konto anlegen beziehungsweise anmelden, Gerät aus der Geräteliste hinzufügen, WLAN auswählen und Passwort eingeben. Ab dann liefert der Smart Meter die Messwerte an dein System. Praktisch für die Fehlersuche: Orange am WLAN-Symbol heißt nicht „kein Empfang", sondern „verbunden, aber kein Internet". Das ist meist ein Router- oder Freigabethema und kein Montagefehler.
Praxisbeispiel: Grundlast sauber erfassen
Ein Haushalt in Heilbronn hat einen dreiphasigen Anschluss, eine vorhandene PV-Anlage mit eigenem Wechselrichter und plant jetzt einen zusätzlichen Speicher. Ohne Messung wäre unklar, wie viel vom Solarstrom direkt verbraucht wird und wie viel ins Netz abfließt.
Mit dem Dual CT wird CT1 dreiphasig am Hauptleistungsschalter gesetzt und CT2 am Abgang des bestehenden Wechselrichters. Ergebnis: Du siehst getrennt, was das Haus zieht und was die Anlage liefert. Da die Erfassung bereits ab 0,08 A einsetzt, wird auch der Dauerverbrauch aus Kühlschrank, Router und Standby-Geräten zuverlässig sichtbar – und das ist genau die Zahl, an der sich die Speicherauslegung orientiert. Diesen Wert brauchst du, um die Kapazität eines Batteriespeichers sinnvoll zu wählen, statt nach Gefühl zu kaufen. Ausführlicher erklären wir das Vorgehen auf unserer Seite zum Thema Grundlast berechnen.
Unsere Empfehlung: Wenn du nur den Netzbezug an einem Punkt messen willst, reicht ein einfacher Messpunkt aus. Sobald aber eine bestehende Erzeugungsanlage, ein separat abgesicherter Verbraucher oder ein zweiter Zählpunkt mit im Spiel ist, ist der Dual CT die passendere Wahl – du sparst dir ein zweites Messgerät und hast alles in einer Datenquelle.
Fazit
Der EcoFlow Smart Meter Dual CT ist ein unauffälliges, aber entscheidendes Bauteil. Ein Hutschienen-Modul mit 20 × 66 × 90 mm, Messbereich 0,08 bis 120 A, Spannungsbereich 90 bis 276 V, Betrieb von -30 bis 70 °C und Anbindung über WLAN, Bluetooth oder RS485. Der eigentliche Mehrwert liegt im zweiten Stromwandler-Anschluss: Damit erfasst du Netzbezug und eine zweite Stelle im Haus gleichzeitig und musst nicht mehr raten, welcher Anteil woher kommt. Klare Entscheidungshilfe: Bei einem einzelnen Messpunkt genügt weniger, bei einer bestehenden PV-Anlage oder mehreren Erzeugern ist der Dual CT die richtige Lösung. Zu beachten bleibt, dass Einbau und Anschluss in den Verteiler gehören und damit Sache der Elektrofachkraft sind.